Zusammen mit den Weideflächen sind die Terrassen, die trotz ihrer Aufgabe noch sichtbar sind, das dominierende Element der Landschaft rund um Carpasio. Die Position des Ortes an einem Kontrollpunkt der antiken Straßen machten das Bergdorf Carpasio im Argentinatal in der Vergangenheit immer wieder zu einem Streitpunkt.
Angefangen bei den Grafen von Ventimiglia ging das Lehen dann an Lascaris di Tenda (1455) und im Jahre 1573 an die Savoia.
Die Pfarrkirche von Sant'Antonino stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde aber später umgebaut und besitzt als Besonderheit einen schiefen Glockenturm. Neben der Barockfassade des Oratoriums befindet sich ein antikes Relief aus Schiefer mit einer Ansicht der Verkündigung.
Von der bäuerlichen Architektur sind noch die "Caselle" erhalten, alte Konstruktionen aus Trockenmauern. Die Wirtschaft von Carpasio ist seit jeher schon immer eng mit der Berglandschaft verbunden, es gibt Hülsenfrüchte, Kastanien, Kräuter und den berühmten Lavendel, vor allem aber viel Viehzucht mit der Produktion von Käse wie dem schmackhaften "Bruzzo", einer Spezialität aus Carpasio, die zusammen mit Gerstenbrot und Ormeasco, einem Wein mit dem Gütesiegel DOC gegessen wird. Unter den Veranstaltungen sollte man die eindrucksvolle Hirtenweihnacht nicht versäumen, und für die Liebhaber traditioneller Sportarten wird das Turnier mit dem Elastikball ausgerichtet.
In Costa gibt es ein Museum der Widerstandsbewegung aus zweiten Weltkrieg, eine Abteilung des dell'Istituto Storico della Resistenza e dell'Età Contemporanea aus Porto Maurizio.
In der Nähe des Passes Colle d'Oggia (1187 m) an der Grenze zum Imperotal befindet sich Prati Piani (1130 m), ein Ferienort. Wandertouren können auf den Monte Grande (1418 m) gemacht werden, hier gab es während des Widerstandes im September 1944 eine Auseinandersetzung, oder man kann auf den Panoramaweg zum Maropaß (1064 m) wandern.